Herbstaktion 2011
Mit der jährlichen Herbstaktion informieren wir unsere Mitglieder und Gönner über ein konkretes Projekt, das durch unseren Gast an der Generalversammlung vorgestellt wurde. Wir sammeln dazu die benötigten Mittel.
Diese Jahr steht das folgende Projekt im Zentrum:
Nächstenliebe im "Bait Anya"
Bagdad (persisch: "Geschenk Gottes" bzw. "Geschenk des Grosskönigs" entsprechend "baġ": "Gott" bzw. "Herr" und "dād": "Gabe") ist die Hauptstadt des Irak und des gleichnamigen Gouvernements. Sie ist mit 5,4 Millionen Einwohnern (2010) eine der grössten Städte im Nahen Osten. In der Metropolregion leben 11,8 Millionen Menschen (2010). Die Stadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes, Sitz der Regierung, des Parlaments und der staatlichen und religiösen Zentralbehörden. Bagdad ist auch das industrielle Zentrum des Landes, in dem unter anderem Textil-, Holz-, Baustoff- und Nahrungsmittelindustrie sowie Ölraffinerien angesiedelt sind. In der Landwirtschaft im Umland werden hauptsächlich Datteln und Gemüse produziert.

Die beiden Golfkriege (1980–1988 und 1990/1991) sowie das UN-Embargo (1991–2003) verursachten in der Wirtschaft des Landes grossen Schaden. Der Lebensstandard verschlechterte sich, vor allem wegen des Embargos, in den 1990er Jahren drastisch. Heute bereiten die unzureichende Infrastruktur und die grosse Wohnungsnot Probleme.
Nach den Revolutionen in Tunesien und Ägypten begannen die Proteste auch im Irak. Die Protestierenden fordern eine Verbesserung der Grundversorgung mit Wasser und Strom, mehr Arbeitsplätze, bessere Sozialleistungen, das Ende der Korruption, soziale Gerechtigkeit und bessere Lebensbedingungen.
Auch wenn die Region Kurdistan im Norden des Irak relativ sicher und stabil ist, gibt es nach wie vor Konflikte und Landstreitereien. Viele Familien, vor allem Christen, haben sich in Kurdistan angesiedelt. Einzelpersonen, aber auch Familien sind aus den benachbarten arabischen Ländern in ihre Heimat zurückgekehrt. Die irakische Regierung hat ihnen bei den Reisekosten geholfen. Viele hatten Mühe, in den Nachbarländern eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten, eine Arbeit zu finden und damit für ihre Familien ein stabiles Leben zu schaffen. Doch die Christen bleiben, da sie sich der Gefahren bei einer Rückkehr bewusst sind.
Das Gesundheitswesen steht vor grossen Herausforderungen und Schwierigkeiten. Es fehlt an ausgebildeten Ärzten, Krankenschwestern und Psychiatern. Viele von ihnen sind der Gewalt zum Opfer gefallen oder haben deswegen das Land verlassen.
In der Zeit des zweiten Irakkrieges haben sich engagierte Frauen und Männer aus dem Irak und der Schweiz zusammengefunden, um gemeinsam der Hoffnungslosigkeit und der Armut entgegenzuwirken. Sie gründeten "Basmat al Qarib" (Das Lächeln des Nächsten), damit es den Menschen im Irak die Liebe zum Leben zurückgeben möge. Der Verein arbeitet mit lokalen Arbeitsgruppen zusammen, die soziale und materielle Hilfe leisten und sich aktiv am Aufbau einer neuen irakischen Gesellschaft beteiligen. Ziel ist, die Auswirkungen von Unterdrückung und Gewalt, die langjährige Not und die Situation der Familie und insbesondere der Frau zu verbessern.
Der Schweizerische Heiligland-Verein kennt "Basmat al Qarib" praktisch seit Bestehen und verfolgt die Aktivitäten mit grossem Interesse. Deswegen freuen wir uns umso mehr, folgendes Projekt näher vorzustellen und zur Unterstützung vorzuschlagen.
Das "Bait Anya" Hostel for Crippled and Discarded, wie der vollständige Name lautet, befindet sich in Bagdad. 1994 gründete eine Gruppe von jungen Frauen und Männern eine Laienorganisation mit dem Ziel, Behinderten und kranken Menschen in Not beizustehen. Im Frühjahr 2000 wurde das Pflegeheim "Bait Anya" feierlich eröffnet. Nahm es zu Beginn nur Frauen auf, öffnete es 2004 seine Türe auch für Männer.
Es ist ein christlich geführtes Heim für Menschen mit Behinderungen, für Betagte und Menschen mit Demenz. Hier werden sie würdevoll gepflegt und bis zu ihrem Tod betreut. Im Verlaufe der Zeit wurde das Heim auch für wegen sexueller Gewalt ausgestossene Frauen geöffnet. Im Heim leben
derzeit 52 Personen, was gleichzeitig die Aufnahmegrenze bedeutet. Es gibt vier Abteilungen: für behinderte Frauen, für betagte Frauen, für weibliche Sozialfälle und für betagte Männer. Dazu gibt es eine Werkstatt und einen Computerraum.
"Bait Anya" nimmt die ärmsten Frauen und Männer auf, die wegen ihrer Behinderung leiden oder weil sie alt sind. Herkunft und Religion spielen keine Rolle. Es ist der letzte Zufluchtsort für Kranke und Verstossene. Das Haus ist die Antwort für all die durch Krankheit und Entwürdigung verwundeten Körper, die hier eine Oase der Ruhe finden und wo sie liebevoll betreut werden. Hier finden sie zurück zu ihren Wurzeln, zu Gottes Liebe und Güte.
Ein Betreuungsplatz im Pflegeheim "Bait Anya" kostet monatlich USD 150. Darin enthalten sind täglich vier Mahlzeiten und die medizinische Betreuung. Nicht enthalten sind Kleider, spezielle Ausrüstungen für Behinderte, Gebäudeunterhalt und Benzinkosten für Heizung und Generatoren.
Wir bewundern den selbstlosen Einsatz und die gelebte Nächstenliebe im "Bait Anya". Gerne empfehlen wir Ihnen dieses Projekt unserer Herbstaktion 2011 zur Unterstützung. Wir danken Ihnen dafür ganz herzlich.
Hinweis: http://basmat-alqarib.org



