Projekte - Libanon

Libanon: Mikrokredite für Saida

Die Bevölkerung von Saida und vom Chouf im Süden des Libanon lebt zu einem grossen Teil von Landwirtschaft (Gemüseanbau und Obstbäume) und Viehzucht. Die industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln nimmt stark zu.

Rückkehr in die Dörfer
Nach Jahren politischer Instabilität kehren die Menschen in ihre Dörfer zurück. Sie möchten nicht mehr weggehen müssen, sondern hier leben, arbeiten und Familien gründen. Doch noch fehlen günstige Wohngelegenheiten und vor allem genügend Arbeit, damit der Lebensunterhalt gesichert ist.
Das griechisch-katholische Erzbistum von Saida und Deir El-Kamar erhält immer mehr Gesuche um Unterstützung und fühlt sich für seine Bewohner verantwortlich. So entstand die Idee, diesen Menschen mit Mikrokrediten zu helfen, um damit Arbeit, Einkommen und Wohnraum zu schaffen. Der Süden und das Grenzgebiet sollen entwickelt und Existenzen geschaffen werden.

Verschieden Abklärungen haben ergeben, dass
– für den Sektor Landwirtschaft gute und fruchtbare Böden schwierig zu erreichen sind,
– eine Strategie für einen ausgeglichenen Anbau fehlt,
– das Bewässerungs-System lückenhaft und der Anbau nicht innovativ sind,
– es keine landwirtschaftlichen Genossenschaften gibt,
– finanzielle Mittel für den Aufbau kleiner Betriebe für die Nahrungsmittel-Verarbeitung fehlen,
– Banken wohl den Wohnungsbau mitfinanzieren, nicht aber den Landkauf.

Fonds für Mikrokredite
Das Bistum eröffnet und verwaltet einen Fonds für Mikrokredite. Eine eigens dafür geschaffene Kommission nimmt die Anliegen der Gesuchstellenden entgegen, prüft die Dossiers und kontrolliert die Ausführungen vor Ort.

Ziel: Existenzsicherung
Dank der Mikrokredite können Landwirte Gemüse, Früchte, Weizen etc. anbauen, Kleingewerbler Nahrungsmittel verarbeiten und junge Familien ihr eigenes Heim erstellen.

Wir danken Ihnen, dass Sie sie dabei unterstützen.


Addoussieh-Saida: Landwirtschaftliches Bewässerungsprojekt

In der Diözese von Saida und Deir el Kamar wird ein Projekt realisiert, dessen Ziel es ist, den Bauern Wasser für die landwirtschaftliche Bewässerung und den Bewohnern des Dorfes Addoussieh Trinkwasser zu liefern. Die Familien der Gemeinde und der Umgebung leben hauptsächlich von der Landwirtschaft und der Viehzucht.

Dieses Projekt wird ihre tägliche Arbeit auf den Feldern erleichtern und sicherer machen. Versehentlich kontaminiertes Wasser kann künftig von der Trinkwasserquelle getrennt werden. Dies ist ein grosser Gewinn für die Hygiene und die Gesundheit der Dorfbewohner.



Dank den langfristigen Auswirkungen dieser Wasserversorgung können sie ihr Tätigkeitsgebiet ausweiten und einer positiven Zukunft in ihrem Dorf entgegenschauen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie ihr Land verkaufen und ihre südlibanesische Heimat gegen einen riskanten Umzug nach Beirut tauschen.

Wasser in 500 Metern
Wissenschaftliche Studien von Studenten und Experten verschiedener NGO's bestätigen das Vorhandensein von Wasser in einer Tiefe von 500 Metern. Das Projekt besteht aus zwei Phasen. Die erste besteht darin, im Dorf einen Brunnen zu graben, in der zweiten wird das Bewässerungssystem installiert. Um es zu realisieren, braucht Bischof Elie Haddad Geld für die Ausgrabungsarbeiten, technisches Know-How, Pumpen für die Wasserentfernung, Generatoren und Arbeitskräfte für die Installation.

Damit das Vorhaben von Bischof Elie Haddad realisiert werden kann, hilft der Schweizerische Heiligland-Verein mit, die Ausgrabungsarbeiten zu unterstützen. Sauberes Wasser darf auch im Südlibanon kein Luxusgut sein.


Marjayoun: Zeitgemässer Unterricht für die Jugend im Südlibanon

Die maronitische Gemeinschaft der Antoniner errichtete im Jahr 1990 in Marjayoun die Technische Schule St. Joseph. Hier werden junge Frauen und Männer aus der Region und der südlichen Landesgrenze ausgebildet.

Die schwierige Lebenssituation in diesem Gebiet veranlasst zahlreiche Jugendliche wegzuziehen oder weg vom südlichen Teil des Landes in Richtung Beirut oder sogar ins Ausland. Die Schule St. Joseph wirkt dieser Bewegung mit Ausbildungen entgegen. Damit sollen die Menschen ermutigt werden, in ihren Dörfern zu bleiben und sich dort eine bessere Zukunft zu erarbeiten. Insbesondere seit dem letzten Krieg im Juli 2006 verschlechtert sich die Wirtschaftslage zusehends. Die Schule musste einige Kosten in Kauf nehmen, um die Gebäude zu reparieren und Schulmaterial zu ersetzen. Dies war nur möglich dank der Hilfe von europäischen Freunden.

Seit 2006 konnte die Schule zwar nicht ihren regulären Unterreicht weiterführen, dafür organisiert sie Unterrichtsblöcke und Workshops in folgenden Bereichen:
– Maschinenbau
– Sprachen (französisch und englisch)
– Informatik
– Nähen

Über 100 Studierende haben bereits ein technisches Diplom erhalten, welches ihre Chancen erhöht, eine Arbeit zu finden. 40 Prozent der Studenten sind Muslime, 60 Prozent Christen. Um den Unterricht zeitgemäss zu gestalten, bittet nun P. Boulos Tannouri, der Generalobere, um Unterstützung für die Anschaffung von Computern und eines Projektors.



Mit umgerechnet USD 5000 (derzeit etwa 5300 Franken) kann im Südlibanon ein Labor für die Computer-Ausbildung eingerichtet werden. Damit kann die Schule St. Joseph ihren SchülerInnen eine moderne Ausbildung bieten und die Auswanderung stoppen.