Projekte
- Ägypten
Die eindrücklichen Bilder vom Tahrir-Platz in Kairo werden wir alle nicht so schnell vergessen. Kurz war die ägyptische Revolution, intensiv und wirksam. Gemeinsam harrten Tausende von Männern und Frauen unterschiedlicher Herkunft und Religion auf zahlreichen Plätzen im ganzen Land aus, zeigten unerschrocken ihren Unmut mit den Herrschenden und formulierten ihren Wunsch nach Veränderungen.

Regierung geht Probleme an
Die Regierung geht die Probleme an; sie wollen das Bildungs- und das Gesundheitswesen verbessern, den öffentlichen Verkehr ausbauen, Arbeitsplätze schaffen, sie hat die Mindestlöhne angehoben – noch gibt es unzählige Aufgaben zu lösen.
Unverändert schwierige Lebensbedingungen
Doch die Lebensbedingungen sind unverändert schwierig. Arbeitslosigkeit, tiefe Löhne, hohe Lebensmittelpreise und enorme Gesundheitskosten. Dazu kommen die zahlreichen Rückkehrer aus Libyen, die nun ihre Familien nicht mehr ernähren können. Unsere ägyptischen Projektpartner kennen diese Situationen. Der Vorstand hat deshalb eine Soforthilfe von CHF 20 000 für Ägypten beschlossen.
Schwerpunkte in Port Said und El Minia
In Port Said und El Minia liegt der Schwerpunkt in der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Menschen erhalten mittels Mikrokrediten die Möglichkeit, eine selbstständige berufliche Existenz aufzubauen, Berufsausbildungen sollen gefördert und die Selbstversorgung in den Dörfern ausgebaut werden.
Liebe Spenderinnen und Spender, bitte helfen Sie mit, das alltägliche Leben der ägyptischen Bevölkerung dauerhaft zu verbessern und ihr eine Zukunft zu geben.
Entlang des Nils, fern ab grosser Städte, erstreckt sich eine grüne, blühende Landschaft. Gelegentlich sieht man Dörfer,in denen man sich kurz in eine andere Zeit versetzt fühlt.
Die Menschen leben von der Landwirtschaft und halten viele Tiere. Fahrzeuge sieht man fast keine, der Esel dient als Transportmittel. Hier kann man sehr gut verstehen, weshalb der Nil ein derart grosses Geschenk für Ägypten ist. Entfernt man sich ein paar Kilometer vom Nil, weicht das üppige Grün einer kargen und steinigen Landschaft.
Mit dem koptisch-katholischen Bischof von Minia, Mgr. Ibrahim Sedrak besuchten wir einige Dörfer entlang des Nils. Die Menschen in Mittelägypten sind arm. Bischof Ibrahim und seine Priester nehmen die Situation in den Dörfern ernst, denn es fehlt an allem. Die Kirche und ihr Umfeld sind sehr wichtig für die Einwohner, denn hier finden sie neben dem seelischen Halt tatkräftige Hilfe, sei es durch Bildung, Beschäftigung oder Kleinkredite. Die Pfarrei von Beni Suad besteht aus einer improvisierten Kirche, einem Pfarreizentrum, das noch im Aufbau ist und einem Kinderspielplatz. Die Räume des Pfarreizentrums werden zum Teil als Schulzimmer benutzt, draussen sitzen die Mütter zusammen und beschäftigen sich mit Handarbeiten.

Bischof Ibrahim zeigt uns einen Raum, den er schon lange einrichten möchte, und bringt uns ein grosses Problem näher: die medizinische Versorgung. In Beni Suad, genau wie in anderen Dörfern, hat es kaum Ärzte und keine Räume, in denen sie praktizieren können. Mit geringen finanziellen Mitteln liessen sich Ambulatorien einrichten, welche die medizinische Versorgung in den Dörfern sichern. Bischof Ibrahim rechnet für die Einrichtung mit Kosten von ca. 15 300 Ägyptischen Pfund oder 3000 Franken. Die Sozialabteilung des Bistums Minia sichert den Ärzten, die in diesen Ambulatorien arbeiten wollen, ein Honorar zu. Der SHLV möchte in Beni Suad und vier weiteren Dörfern Ambulatorien ausstatten, womit eine minimale medizinische Versorgung gewährleistet werden kann.